Montag, 10. Dezember 2012

Neuseeland - Südinsel Teil 2


Nach den Naturspektakeln der letzten Tage wollten wir doch wieder einmal die Stadt aufsuchen. Da kam uns Queenstown gerade recht!
Viel haben wir schon gehört von der Adventure-Stadt Queenstown. Doch als wir dort ankamen hielt sich die Aufregung in Grenzen... Es regnete und wie wir schon des öfteren auf unserer bisherigen Reise erfahren mussten, ist alles bei Schlechtwetter betrachtet nur halb so schön, als mit strahlendem Sonnenschein. So machten wir uns einen gemütlichen Nachmittag ohne Bungeejump oder Jetboatfahrt und planten ein wenig die weitere Reiseroute, surften in einem der kostbaren weil fast nicht existenten Internetcafes und aßen einen der berühmt berüchtigten Fergburger.


Vor dem Lokal reihten sich ohne Unterbrechung die hungrigen Mäuler und hinter dem Tresen rollte ein Wahnsinnsburger nach dem anderen in mit Butterpapier bestückte Tüten. Die besten Pommes der Welt gab's außerdem! Danke an Margarete H., der wir diesen Leckerbissen verdanken.

Fergburger, Queenstown, 01.12.2012, 18:36 Uhr

Nachdem wir durch das Car-relocation-problem beim Milfordsound den Routeburn-Track ja nicht vollständig machen konnten, gaben wir unseren Versuch nicht auf trotzdem ein Stück des Weges vom anderen Ende des Tracks aus zurück zu legen und machten uns auf nach Routeburn bei Queenstown (Wanaka).

Routeburntrack - von Routeburn nach Routburn Falls


Routeburnfalls

Routeburnflats von oben betrachtet

Eine der vielen Swingbridges Neuseelands

Am Rückweg nach Queenstown lichtete sich endlich die Wolkendecke und wir sahen uns noch das Gebiet des Rees- und den nahe gelegenen Dart Rivers an. Entlang dieser beiden Flüsse befindet sich auch einer der angeblich schönsten Walks Neuseelands. Leider hat die Zeit dafür wieder mal nicht gereicht, wir müssen also definitiv wieder kommen!!!

Entlang des Rees-Dart-Tracks




Lake Wakatipu bei Queenstown

Endlich war das Glück auf unserer Seite und nach ein paar Regentagen war die Sonne zurückgekehrt! Diese Gelegenheit ließen wir uns nicht entgehen und wir genossen die atemberaubende Landschaft rund um den Lake Wanaka bei einigen Wanderungen, wie der von Lake Diamond zum sogenannten Rocky Mountain von welchen aus man einen wunderbaren Ausblick über die Seen- und Berglandschaft rund um die kleine Stadt Wanaka erhaschen konnte.

Der Weg zum Rocky Mountain bei Wanaka


Oben angekommen konnte Franzi seine im Lauf der Reise erworbenen Fähigkeiten als Fotograf wieder unter Beweis stellen. Das macht er schon ganz ordentlich! Es lebe der 10-Sekunden-Selbstauslöser!


Am Gipfel des neuseeländischen Rocky Mountain




Weiter ging unsere Fahrt Richtung Westcoast.Unzählige tiefblaue Seen und Flüsse lagen am Weg. Die Fahrt an sich war schon breathtaking, wie die Neuseeländer sagen würden.

Lake Hawea

Lake Wanaka

Knights Point am Ufer des Tasman Sea
 
Fast hätten wir vergessen unserer ständigen Begleiter zu erwähnen: Die Sandfliegen! Hunterte, wenn nicht sogar tausende dieser Obstfliegen ähnlichen Viecher statteten uns tagtäglich und vorallem nachts einen Besuch ab. Das gemeine an diesen kleinen Monstern ist jedoch, dass sie furchtbar juckende Stiche hinterlassen von denen Lilli´s Beine in kürzester Zeit übersäht waren. Nicht nur einmal inszenierten wir vor dem Schlafen gehen die Schlacht von Mordor und töteten mehr Sandflies als Legolas Orks in Herr der Ringe.  

Die Sandfliegenschlacht in unserem Jucy

Weiter ging unsere Fahrt die Westcoast entlang und natürlich durfte da ein kurzer Zwischenstop an den berühmten beiden Gletscher Neuseelands nicht fehlen. Nach den beeindruckenden Gletscher-Erlebnissen in Südamerika kamen uns diese beiden zwar nicht mehr ganz so spektakulär vor, doch einen Ausflug waren sie allemal wert!

Der Foxgletscher


Ganz wichtig war natürlich einen Blick auf den Franz-Josef Gletscher zu werfen, bei dem sich Franzi vorallem seinen Bruder an seine Seite gewünscht hätte...




...aber wenn der grad nicht kann, tut´s die Lilli auch.


Was wir vielleicht bisher auch verabsäumt haben zu erwähnen ist Franzi´s neu gewonnene Liebe zu Wasserfällen. Egal wo, egal wann und egal wie groß oder mikrig, Wasserfälle müssen besichtigt und vorallem aus jedem möglichen Blickwinkel fotografiert werden. Auch direkt neben dem Franz-Josef-Gletscher war einer zu finden, was den Ausflug zum Geschwistergletscher perfekt machte!

Wieder zurück vom Gletscher wurden wir von einem Kea, auch Bergpapagei genannt, in Empfang genommen. Irgendjemand wird wohl die überall befestigten Schilder mit der Aufschrift: "Do not feed the birds!" übersehen haben, denn dieser Vogel war so zahm, dass er uns sogar daran hinderte die Autotüre zu schließen, ziemlich aufdringlicher Kerl!


Ein paar Kilometer weiter führte uns unser Trip die Westküste entlang zu den sogenannten Pancake Rocks bei Punakaiki. Der Name rührt daher, dass die Felsformationen wie übereinander gelegte Pancakes imponieren. Im Eigentlichen handelt es sich um übereinander geschichtete Ablagerungen von Kalksedimenten und Tonmineralien, die im Laufe der Jahre unterschiedlich schnell abgetragen wurden.


Pancake Rocks


Aber die eigentliche Atraktion waren nicht die Felsen selbst, sondern die sich dort befindenden Blowholes. Mehrere Öffnung der sich in den Felsen befindenden Meereshöhle, sind hier zu finden und geben bei Flut ein wunderbares Schauspiel ab. Meterhohe Sprühregen-Fontänen steigen über die engen Öffnungen empor und ergießen sich über Felsen und Zuseher.




Auch in Neuseeland ist das Wetter oft so unvorherseebar, wie man es eigentlich im längst hinter uns liegenden Patagonien erwarten würde. Nach der Besichtigung der Blowholes fuhren wir weiter gen Norden in Nebel eingehüllte, stürmische Küsten entlang.

Westcoast

Und doch ließen wir uns nicht unterkriegen. Wir beschlossen trotz des Sauwetters einen Küstenspaziergang zu wagen. Irgendjemand wollte unsere Hartnäckigkeit belohnen und schenkte uns einen in Minutenschnelle erschienenen strahlend blauen Himmel und den wunderbarsten, atemberaubendsten und friedlichsten Küstenstreifen, wie er sonst nur Jane-Austen-Büchern oder Rosamunde Pilcher-Filmen zu finden ist.

Cape Foulewind bei Westport



Wo ist der Franzi?

Doch um es nicht zu ruhig und romantisch werden zu lassen, wollten wir den in Queenstown verabsäumten Adventure-Aktivitäten nachkommen - Jetboatfahren war angesagt! Nach unzähligen Recherchen vom lieben Franzi, welcher Fluss jetzt der aufregendste sei um diesem Ereignis den letzten Kick zu verschaffen, entschieden wir uns für den Buller River bei Murchinson.

Buller River


Nachdem es in den letzten Tagen ziemlich viel geregnet hatte, war der Wasserstand und die Strömung genau richtig um ein paar Asiaten und uns mit Höchstgeschwindigkeit durch das Flussbett zu befördern.


Eine ganz schön nasse Angelegenheit!



Jetboat-Fahrt am Buller River



Einmal wollten wir den Wettergott noch herausfordern und begaben uns auf eine 3-tägige Wanderung im Abel Tasman National Park, dem Abel-Tasman-Coast-Track, einen der 9 New Zealand Great Walks.


Und es war die richtige Entscheidung. Wir hatten riesen Gück mit dem Wetter und legten die 51 km fast ohne einen einzigen Regentropfen zurück.

Am ersten Tag unserer Wanderung ging es von Marahau auf einem wunderschönen Küstenweg Richtung Norden zu unserem ersten Campingplatz namens Anchorage.

Abel Tasman Coast Track


Coquille Bay

Apple Tree Bay

Stilwell Bay

The Anchorage


Unser erster Zeltplatz (Gelbes Zelt im Hintergrund ist unseres). Franzis Lagerfeuer ist leider nicht bildlich festgehalten, aber es war der wahnsinn ;-)! Und Dank haufenweise Mosquito-Repellent verhielten sich die Sandfliegen auch einigermaßen friedlich.


Am 2. Tag ging´s weiter von the Anchorage über Torrent- und Bark-Bay zu unserem 2. Zeltplatz namens Onetahuti Bay.



Traumhafte Aussichten über die Buchten und Strände entlang des Weges

Franzi am Strand von the Anchorage

Bark Bay bei Ebbe

Onetahuti Bay - unser 2. Campingplatz


Diese Campsite und die dazugehörige wunderschöne Bucht teilten wir uns mit zwei netten Australiern und einem ziemlich ungezogenen Opossum, das die am Campingplatz gelegene Küchenanlage über Nacht in ein Schlachtfeld verwandelt hat.


Am dritten und letzten Tag unserer Wanderung mussten wir uns ein wenig nach den Gesetzen der Natur richten. Eine der Buchten war nämlich nur bei Ebbe zu überqueren und einen anderen Weg gab es nicht.

Awaroa Bay bei Ebbe
Doch wie man sieht haben wir´s geschaft (Franzi mehr, Lilli weniger) fast ohne nasse Hosen über den Strand zu spazieren.




Danach ging´s wieder in den Wald und ein ganz schönes Stück in Richtung der ein paar Kilometer entfernten Schotterstraße, die uns zum Totaranui Bay bringen sollte, da der Küstenweg auf Grund eines Erdrutsches gesperrt war. Endlich bei der Straße angekommen hatten wir so gar keine Lust eine heiße und nicht gerade aufregende Schotterstraße entlang zu laufen. Darum versuchten wir uns beim Autostoppen und wurden prompt von 2 ausgesprochen netten Australiern, die des Weges kamen per Anhalter nach Totaranui mitgenommen.

Ein wenig Zeit blieb uns noch bevor wir von dort aus die Rückfahrt nach Marahau mit dem Wassertaxi antreten sollten und so gingen wir noch ein Stück weiter Richtung Norden zur paradiesischen Bucht Anapai.

Anapai Bay
Drei wunderschöne Tage gingen mit einer jetboat-ähnlichen Fahrt mit dem Wassertaxi von Totatanui Bay zurück nach Marahau, bei der wir den gesamten Weg noch einmal Revue passieren lassen konnten, zu Ende. Der beste Abschied von der faszinierenden Südinsel also, den man sich vorstellen kann!

Am darauf folgenden Tag verließen wir die Südinsel und fuhren von Picton mit einer Fähre riesigen Ausmaßes nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands.

Nordinsel, wir kommen!

Warten auf die Fähre am Hafen von Picton

Auf der Fähre von Picton (Südinsel) nach Wellington (Nordinsel)


Kommentare:

  1. oh gott, die sandfliegen... lilli, ich kann dich gut verstehen. die kleinen biester haben mich damals auch lieber "gefressen", als meine schwester. kein spaß :)

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